Wednesday, August 1, 2018

1. Was man WIRKLICH braucht um anzufangen



In der neuen Artikelreihe wird mit allen Bedenken Schluss gemacht, die eine/n daran hindern können, loszulegen! Los geht's mit dem ersten Artikel...



1.

Um mit Perlen etwas zu machen, braucht man zuerst 

richtiges ‚Equipment‘.“

oder Was man WIRKLICH braucht, um anzufangen!

Um stricken zu können, braucht man Stricknadeln, um häkeln zu können – einen Häkelhaken. Klingt logisch? Ja. Und wenn man keine Stricknadeln oder Häkelhaken zur Hand hat? Dann heißt es improvisieren! Stricken mit Essstäbchen, häkeln mit dem Bleistift – warum nicht? Wo ein Wille ist, ist schließlich auch ein Weg. Doch was, wenn das Fehlen der vermeintlich notwendigen Werkzeuge uns davon abhält, mit etwas anzufangen, was wir eigentlich uns die ganze Zeit erträumen?

Zuerst müssen wir klären, ob das Fehlen des richtigen „Equipments“ uns als Vorwand für Prokrastination dient oder ob wir wirklich glauben, dass uns dieses oder jenes Utensil für die Arbeit fehlt.

Findet sich bei jedem neuen gekauften Werkzeug stets ein anderes, das wir dringend benötigen, ehe wir loslegen können? Dann ist das ein Hinweis dafür, dass wir auf diese Weise prokrastinieren. Dass wir das Perlenfädeln vor uns herschieben, weil wir z.B. Angst davor haben, dass es nicht so klappt, wie wir uns erhoffen. Andy J. Pizza bringt ein anschauliches Beispiel hierfür in seinem Podcast „Creative Pep Talk“: Er erzählt von einem fiktiven Freund, der sich vorgenommen hat, ein Sandwich zu essen. Doch anstatt sich einfach ein Sandwich zu machen und es zu essen, liest er sich erst einmal in zig Rezeptbücher ein, um zu erfahren, was ein gutes Sandwich ausmacht. Der Freund klagt immer wieder darüber, dass er doch so gerne ein Sandwich essen würde, aber noch nicht das notwendige Hintergrundwissen hat, um es richtig zu tun. Deshalb liest er allerlei über die Zutatenauswahl, über das Schneiden der Zutaten, über optimale Verdauungszeiten und Serviermöglichkeiten. „Meine Güte, iss endlich ein Sandwich!“ möchte man ihm sagen. Und er würde lächeln und abwinken: „Du siehst das zu einfach!“

Der Sandwich-Liebhaber möchte es offensichtlich gleich beim ersten Mal perfekt machen. Aber Perfektion erreicht man ausschließlich durch das Herumprobieren und Scheitern, da führt kein Weg daran vorbei. Um es mit Beckett auszudrücken: „Fail again, fail better.“

Das Angebot an Hilfsutensilien und Informationen suggeriert, dass man sie alle braucht. Und es kann frustrierend sein, wenn man etwas davon sich nicht leisten kann oder es in der eigenen Wohngegend nicht erhältlich ist. Tatsächlich machen sie die Arbeit oft leichter. Für den Anfang braucht man sie jedoch meistens nicht. Einschränkungen fördern oft die Kreativität. Je nachdem, welche Technik des Perlenfädelns man als erstes ausprobieren will, kann man das Werkzeug selbst basteln. Zahlreiche Tutorials finden sich hierzu im Internet (z.B. Spinner, Webrahmen, Arbeitsunterlage).

Im Grunde genommen braucht man nicht einmal Perlen zum Perlenfädeln. Ja, das ist mein voller Ernst. Denkt weiter – werdet kreativ mit eurem Material! Erschafft eure Perlen selbst, solange ihr keine zur Hand habt! Carolin Schmidt verwendete zum Beispiel für ihre fast lebensgroße Giraffe Ü-Eier und Paketschnur. Zur Stabilisierung setzte sie Gewindestangen und Schweißdraht ein und als Füllung kam Luftpolsterfolie zum Einsatz. Für das Anfertigen der Giraffe zog sie eine Anleitung von Christiane Brüning heran, die eigentlich für ganz gewöhnliche Rocailles-Perlen gedacht war.
Wie kommt man auf die Idee, Ü-Eier statt Perlen zu verwenden? Carolin Schmidt schreibt: „Mir wurden die Perlen zu langweilig. Ich wollte eine neue Herausforderung. Große Perlen sind richtig schwer und auch teuer. Dachte erst an Tischtennisbälle. Zwischenzeitlich auch an die Bälle aus diesem Bällebad für Kinder. Aber die sind zu weich. Mit denen geht es nicht. Habe dann aus Zufall einen Haufen Überraschungseier zu Hause gefunden. Hab mir gedacht: Die bekomme ich bestimmt schneller zusammen. Und so war es dann auch.






Was braucht man also faktisch, um loszulegen?
  • Motivation
  • Perlen (selbstgebastelt oder gekauft – auf social media oder ebay gibt es immer wieder Angebote von Leuten, die größere Perlenmengen für wenig Geld abgeben)
  • Fäden / Garn / Fireline / Fischerleine (Nylon), ggf. Nadeln
  • Unterlage / Arbeitsfläche (man muss nicht zwingend am Tisch oder mit einer Unterlage arbeiten, ich sitze ganz gerne auf der Couch mit einem Teller, in das ich die Perlen fülle – dann aber besonders auf den Rücken und die Beleuchtung achten!)
  • eine Idee

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